Produktfotos für den Onlineshop: Welche Bilder braucht jedes Produkt?
Hauptbild, Ansichten, Größe, Anwendung: Welche Produktfotos Kunden im Onlineshop erwarten, wie sich der Bildplan je nach Produkt unterscheidet und wie Sie Ihre Produkte gut vorbereitet ins Shooting geben.
Im Laden nehmen Kunden ein Produkt in die Hand, drehen es, öffnen es und schauen, wie groß es wirklich ist. Im Onlineshop übernehmen das die Produktfotos. Fehlt eine Ansicht, bleibt eine Frage offen, und offene Fragen führen zu abgebrochenen Käufen oder Retouren.
Mein Schwerpunkt ist Schmuck: Seit 2020 habe ich mehrere Tausend Schmuckstücke fotografiert, also die kleinsten und am stärksten spiegelnden Produkte, die es gibt. Was dabei funktioniert, gilt auch für Uhren, Kosmetik, Taschen oder Deko. In diesem Ratgeber finden Sie die fünf Bildtypen, die jedes Produkt braucht, Bildpläne nach Produktart und einen Bildplaner für Ihr Sortiment.

Die fünf Bildtypen, die jedes Produkt braucht
Egal ob Handcreme, Ledertasche oder Keramikvase: Ein vollständiges Bildset beantwortet fünf Fragen. Jede Frage hat ihren eigenen Bildtyp.
1. Hauptbild: Was ist das?
Das Produkt allein, frontal oder leicht schräg, als Freisteller auf Weiß. Es erscheint in Suche, Kategorie und Warenkorb und muss auch als kleines Vorschaubild sofort erkennbar sein.
2. Weitere Ansichten: Wie sieht es rundherum aus?
Seite, Rückseite, Unterseite, geöffnet oder von oben. Im selben Licht und auf demselben Hintergrund wie das Hauptbild, damit die Bilder eine Reihe bilden.
3. Größe: Wie groß ist es wirklich?
Das Produkt in der Hand, am Körper, neben einem bekannten Gegenstand oder im Raum. Maße im Text liest kaum jemand, ein Bild versteht jeder.
4. Einsatz: Wie passt es in mein Leben?
Ein Lifestylebild oder ein Bild am Model zeigt das Produkt in Benutzung. Das schafft Stimmung und erklärt, wofür es gedacht ist.
5. Lieferumfang: Was bekomme ich?
Alle Teile zusammen als Set, mit Verpackung, Zubehör oder Nachfüllern. Das verhindert Rückfragen und enttäuschte Erwartungen beim Auspacken.
Freisteller und Ansichten brauchen Sie für jedes Produkt. Größen- und Einsatzbilder lohnen sich besonders bei Bestsellern, Neuheiten und allem, was Kunden schwer einschätzen können. Wie die Bildarten im Einzelnen aussehen, sehen Sie unter Freisteller, Produkte & Sets, Lifestylebilder und Tragebilder.
Welche Bilder nach Produktart?
Die fünf Bildtypen bleiben gleich, aber jede Produktart hat ihre eigene Frage, die Kunden vor dem Kauf beantwortet haben wollen.
| Produktart | Darauf achten Kunden | Empfohlene Bilder | Bilder pro Produkt |
|---|---|---|---|
| Uhren & Accessoires | Zifferblatt, Armband, Verschluss, Größe am Handgelenk | Freisteller frontal, Seite mit Krone, Rückseite, am Handgelenk, Verpackung | 5 bis 7 |
| Kosmetik & Pflege | Lesbares Etikett, Inhalt, Textur, Größe der Flasche | Freisteller mit Etikett, Rückseite mit Inhaltsstoffen, geöffnet oder Textur, in der Hand, Lifestyle im Bad | 4 bis 6 |
| Taschen & Lederwaren | Platz im Inneren, Material, Nähte, Größe am Körper | Frontal, Seite für die Tiefe, Rückseite, Innenansicht, Nahansicht von Leder und Nähten, getragen | 6 bis 8 |
| Wohnaccessoires & Deko | Wirkung im Raum, echte Größe, Farbe | Freisteller, zweite Ansicht, Größenvergleich, Lifestyle im Raum, als Set | 4 bis 6 |
| Elektronik & Zubehör | Anschlüsse, Tasten, Lieferumfang, Größe | Freisteller, Rückseite mit Anschlüssen, Lieferumfang, in Benutzung, Größenvergleich | 5 bis 7 |
| Verpackungen & Geschenksets | Wie es geschlossen und geöffnet aussieht, was drin ist | Geschlossen, geöffnet mit Inhalt, Inhalt als Set, Geschenksituation | 3 bis 5 |
| Keramik & Handgemachtes | Glasur, Unikat-Charakter, Unterseite, Größe | Freisteller, Seite, Unterseite mit Stempel, Nahansicht der Glasur, in Benutzung | 4 bis 6 |
| Schmuck | Steine, Glanz, Verschluss, echte Größe | Freisteller in mehreren Ansichten, Produktset, Tragebild, Lifestyle. Alles dazu unter Schmuck fotografieren lassen | 4 bis 6 |
Glänzende und spiegelnde Produkte
Uhrengläser, Parfümflakons, Lacktiegel, polierte Metalle: Alles, was glänzt, spiegelt Kamera, Raum und Fotografen. Hier entscheidet das Licht, nicht die Kamera. Das ist genau die Arbeit, die ich bei Schmuck jeden Tag mache. Warum das so anspruchsvoll ist, erkläre ich im Artikel Warum ist Schmuck so schwer zu fotografieren?
Produkte in mehreren Farben
Jede Farbvariante braucht ein eigenes Hauptbild, denn Kunden wählen die Farbe meist über das Bild. Die weiteren Ansichten reichen oft in einer Farbe, wenn sich die Varianten sonst nicht unterscheiden. Achten Sie darauf, dass die Farben im Bild der Ware entsprechen. Falsche Farben gehören zu den häufigsten Gründen für Retouren.
Bildplaner für Ihr Sortiment
Wählen Sie Ihre Produktart und wo Sie verkaufen. Der Planer zeigt, welche Bilder Sie brauchen und wie viele Bilder es insgesamt ungefähr werden.
Wo verkaufen Sie?
Ein Sortiment, ein Look
In der Kategorieansicht stehen Ihre Produkte nebeneinander. Hat jedes Bild ein anderes Licht, einen anderen Winkel und einen anderen Weißton, wirkt der Shop unruhig, auch wenn jedes einzelne Foto gut ist. Legen Sie deshalb einmal fest und halten Sie für jedes neue Produkt ein:
- Hintergrund: reinweiß für Freisteller, eine feste Farbe oder Fläche für Lifestyle.
- Blickwinkel: zum Beispiel immer frontal auf Augenhöhe oder immer leicht von oben.
- Bildausschnitt: das Produkt füllt immer etwa gleich viel der Fläche und steht mittig.
- Licht und Schatten: mit weichem Schatten oder ohne, aber nicht gemischt.
- Reihenfolge: Hauptbild, Ansichten, Größe, Einsatz, Lieferumfang, bei jedem Produkt gleich.
Wenn Sie später nachfotografieren lassen, ist ein festgelegter Look Gold wert: Neue Produkte passen dann ohne Bruch zu den alten. Wie ich das für Schmuckkollektionen umsetze, lesen Sie in Eine Schmuckkollektion, ein einheitlicher Bildstil.
Die technische Basis
Gute Produktfotos scheitern im Shop oft an Kleinigkeiten. Diese Werte funktionieren für fast jedes Shopsystem und die großen Marktplätze:
- Quadratisch, mindestens 2.000 Pixel an der kurzen Seite, damit die Zoomfunktion scharf bleibt.
- JPG im Farbraum sRGB, nicht CMYK. Für Freisteller auf farbigen Flächen zusätzlich PNG mit transparentem Hintergrund.
- Etwas Rand um das Produkt, damit Sie für Banner und Instagram auch im Hochformat zuschneiden können.
- Sprechende Dateinamen wie
handcreme-lavendel-50ml-vorne.jpgstattIMG_4711.jpg, und ein kurzer Alt-Text, der beschreibt, was zu sehen ist.
Welches Format wofür passt, erklärt der Artikel JPG, PNG oder PSD. Für Marktplätze gelten eigene Regeln, etwa der reinweiße Hintergrund im Amazon-Hauptbild. Die Details finden Sie in Schmuckfotos für Amazon, Etsy und Otto. Die Vorgaben gelten dort genauso für andere Produkte.
Die 6 häufigsten Fehler bei Produktfotos
1. Nur ein einziges Bild
Ein Hauptbild allein beantwortet keine Fragen zu Rückseite, Innenraum oder Größe. Kunden kaufen dann lieber dort, wo sie mehr sehen.
2. Grauer statt weißer Hintergrund
Ein fotografierter weißer Karton wird im Bild fast immer grau. Neben sauberen Freistellern wirkt das sofort weniger professionell.
3. Keine Vorstellung von der Größe
Ist die Vase 12 oder 40 Zentimeter hoch? Ohne Größenbild schätzen Kunden falsch und schicken zurück.
4. Falsche Farben
Ein Farbstich durch Raumlicht oder Bildschirm macht aus Salbeigrün schnell Grau. Saubere Farbkorrektur ist Pflicht.
5. Staub, Fingerabdrücke, Preisschilder
Beim Zoomen auf 2.000 Pixel sieht man alles. Was im Laden niemand bemerkt, fällt im Bild sofort auf.
6. Jedes Produkt anders fotografiert
Wechselnde Winkel, Hintergründe und Schatten lassen das Sortiment zusammengewürfelt wirken.
So bereiten Sie Ihre Produkte für das Shooting vor
Je besser die Produkte vorbereitet sind, desto weniger Zeit kostet die Bearbeitung, und desto besser werden die Bilder.
- Liste anlegen
Artikelnummer, Name, Varianten und gewünschte Ansichten pro Produkt. - Einwandfreie Muster
Ohne Kratzer, Knicke oder Kleberreste, Etiketten gerade aufgeklebt. - Preisschilder ab
Und alle Teile beilegen, die im Bild zu sehen sein sollen: Zubehör, Deckel, Verpackung. - Beispiele schicken
Ein paar Bilder, die Ihnen gefallen, zum Beispiel aus Ihrem Shop oder von Marken, die Sie mögen. - Sicher verpacken
Stabil, gepolstert und mit Inhaltsliste, wenn Sie per Post schicken.
Wie ein Versand an mich abläuft, beschreibe ich ausführlich in Schmuck zum Fotografen versenden. Für andere Produkte gilt der Ablauf genauso.
So unterstütze ich Sie
Ich fotografiere in meinem Studio in Berlin. Sie schicken Ihre Produkte per Post aus ganz Deutschland & Österreich, im Raum Berlin ist auch eine persönliche Übergabe möglich. Sie bekommen echte, bearbeitete Studiofotos, die ohne Nacharbeit in Shop, Marktplatz und Social Media passen.
Fixpreis pro Ansicht, inklusive Bearbeitung, mit oder ohne Schatten, als JPG oder PSD.
Lifestylebilder ab ca. 25 € pro Bild, Tragebilder ab ca. 30 € pro Bild, je nach Aufwand.
Individuelles Angebot nach Ihrer Kurzanfrage, abhängig von Produkt, Größe, Anzahl und Bildart.
Schmuck ist mein Schwerpunkt, ich fotografiere aber auch viele andere Produkte. Schreiben Sie mir kurz, was Sie fotografieren lassen möchten. Ich prüfe, ob ich Ihre Wünsche umsetzen kann, und melde mich mit einem Angebot. Alles dazu finden Sie auf der Seite Produktfotografie.
Lieferzeit:In der Regel 3 bis 5 Tage nach Eingang der Produkte, Express in ca. 2 bis 3 Tagen auf Anfrage. Alle Preise sind Endpreise. Als Kleinunternehmer nach § 19 UStG berechne ich keine Umsatzsteuer.
Häufige Fragen
Wie viele Produktfotos braucht ein Produkt im Onlineshop?
Für die meisten Produkte sind 5 bis 8 Bilder sinnvoll: ein Hauptbild als Freisteller, zwei bis drei weitere Ansichten, ein Bild, das die Größe zeigt, und ein Bild im Einsatz. Bei erklärungsbedürftigen Produkten wie Taschen oder Elektronik dürfen es auch mehr sein.
Was ist der Unterschied zwischen Freisteller und Packshot?
Beide zeigen das Produkt allein auf neutralem, meist weißem Hintergrund. Packshot ist der ältere Begriff aus der Werbung und meint oft das Produkt mit Verpackung. Ein Freisteller ist ein Bild, bei dem der Hintergrund sauber entfernt oder reinweiß gesetzt wurde. Im Onlineshop meinen beide Begriffe in der Regel dasselbe: das klare Hauptbild.
Welches Bildformat ist für Produktfotos im Onlineshop am besten?
Quadratisch, mindestens 2.000 Pixel an der kurzen Seite, als JPG im Farbraum sRGB. Damit passen die Bilder in fast jedes Shopsystem und auf die großen Marktplätze. Für Instagram lohnt es sich, beim Fotografieren genug Rand für einen Hochformat-Zuschnitt zu lassen.
Brauche ich für jedes Produkt Lifestylebilder?
Nein. Freisteller und weitere Ansichten brauchen Sie für jedes Produkt. Lifestylebilder lohnen sich vor allem für Bestseller, Neuheiten, Startseite, Kategorieseiten und Social Media. Oft reichen wenige Stimmungsbilder pro Kollektion.
Fotografieren Sie auch andere Produkte als Schmuck?
Ja. Schmuck ist mein Schwerpunkt, ich fotografiere aber auch andere Produkte, zum Beispiel Uhren, Accessoires, Kosmetik, Deko oder Verpackungen. Schreiben Sie mir kurz, was Sie fotografieren lassen möchten. Ich prüfe, ob ich Ihre Wünsche umsetzen kann, und melde mich mit einem individuellen Angebot.
Was kosten Produktfotos bei HB Photography?
Für Schmuck gibt es feste Preise: Freisteller kosten 20 € pro Bild und Ansicht inklusive Bearbeitung, Lifestylebilder ab ca. 25 € pro Bild, Tragebilder ab ca. 30 € pro Bild. Für andere Produkte erstelle ich nach Ihrer Kurzanfrage ein individuelles Angebot, abhängig von Produkt, Größe, Anzahl und Bildart. Alle Preise sind Endpreise. Als Kleinunternehmer nach § 19 UStG berechne ich keine Umsatzsteuer.
Ihr Produkt, Ihr Bildset
Beschreiben Sie Ihr Produkt in ein paar Stichworten, Handyfotos helfen bei der Einschätzung. Ich prüfe Ihre Wünsche und schlage Ihnen ein passendes Bildset vor.
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